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Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ (#26)
| Moderation: | Dr. Beate Tröger | |
| Themenkreis: | 05 - Wissen gewinnen und Wissen bewahren: Bibliotheken für Schule, Studium, Forschung, Beruf, Freizeit | |
| Zeit: | Dienstag 16. März 2010 09:00 - 12:00 | |
| Raum: | Saal 1 | |
Mit der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ haben Alexander von Humboldt-Stiftung, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD), Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft und Wissenschaftsrat im Sommer 2008 eine gemeinsame Initiative zur Verbesserung der Informationsversorgung in Forschung und Lehre gestartet.
Ziel der Initiative ist es,
- den weitest möglichen Zugang zu digitalen Publikationen, digitalen Daten und Quellenbeständen zu gewährleisten,
- optimale Vorraussetzungen für die Verbreitung und Rezeption von Publikationen aus deutscher Forschung mithilfe der digitalen Medien zu schaffen,
- die langfristige Verfügbarkeit der weltweit erworbenen digitalen Medien und Inhalte sowie ihre Integration in die digitale Forschungsumgebung sicher zu stellen,
- netzbasierte Formen des wissenschaftlichen Arbeitens durch innovative Informationstechnologien zu unterstützen.
- Nationale Lizenzierungen
- Open Access
- Nationale Hosting-Strategie
- Forschungsdaten
- Virtuelle Forschungsumgebungen
- Rechtliche Rahmenbedingungen
Die Blockveranstaltung informiert über die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ und stellte die einzelnen Handlungsfelder vor.
Vorträge:
1. Leitbild und Umsetzung der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ (#86)
Dr. Anne Lipp
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Bonn, Deutschland
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten, die sie für ihre Forschung brauchen, ist das Leitbild der Informationsversorgung. Im digitalen Zeitalter beinhaltet das die digitale und für den Nutzer möglichst entgelt- und barrierefreie Verfügbarkeit von Publikationen, Forschungsdaten und virtuellen Forschungs- und Kommunikationsumgebungen. Es gilt daher eine nachhaltige integrierte digitale Forschungsumgebung zu schaffen, in der jeder Forschende von überall in Deutschland auf das gesamte publizierte Wissen und die relevanten Forschungsdaten zugreifen kann. Eine integrierte und innovative Informationsversorgung kann am wirksamsten im nationalen und internationalen Kontext aufgebaut werden.
Die Partnerorganisationen in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen setzen darauf, die Konkurrenzfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland zu steigern, in dem Kompetenzen und Ressourcen gebündelt sowie aktuelle und zukünftige Aktivitäten stärker koordiniert werden. Sie sind insbesondere bereit, ihre politischen und fachlichen Grundentscheidungen im Bereich der digitalen Information zu koordinieren, ihre hierfür eingesetzten finanziellen Ressourcen zu bündeln und, wenn erforderlich, weitere Ressourcen bereitzustellen.
Der Vortrag führt in die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ ein und gibt einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten.
2. Handlungsfeld "Open Access" in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ (#87)
Dr. Johannes Fournier
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Bonn, Deutschland
Open Access beschreibt das Ziel, das weltweite Wissen in digitaler Form ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich und nachnutzbar zu machen. Um das in Wissenschaft und Forschung fortlaufend erweiterte, modifizierte und in wissenschaftlichen Publikationen dokumentierte Wissen diesem Prinzip gemäß der Fachwelt zu eröffnen, muss eine zukunftsweisende digitale Forschungsumgebung einen gut organisierten, nachhaltig finanzierten und unkomplizierten Zugang zu entgeltfrei verfügbaren Publikationen gewährleisten.
In diesem Handlungsfeld werden die Aktivitäten der bereits bestehenden Allianz-Arbeitsgruppe Open Access intensiviert, um den offenen Zugang zu Texten, Forschungsdaten und anderen digitalen Objekten wissenschaftspolitisch voranzutreiben und praktisch umzusetzen.
Der Vortrag stellt das Handlungsfeld „Open Access“ vor und gibt einen Einblick in die Aktivitäten der zuständigen Arbeitsgruppe.
3. Handlungsfeld "Forschungsdaten" in der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" (#88)
Dr. Hans Pfeiffenberger
Deutsches GeoForschungszentrum GFZ - Potsdam, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung - Bremerhaven, Deutschland
Der Aufwand für das Gewinnen von Daten als Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis – beispielsweise in der Soziologie, Medizin, Fernerkundung oder Hochenergiephysik – liegt allein in Deutschland in der Größenordnung von mehreren Milliarden Euro pro Jahr.
Es ist unbestreitbar, dass viele dieser Daten nach einer relativ kurzen Phase der Auswertung durch Einzelne oder kleine Gruppen dem Vergessen oder gar dem Verfall ausgesetzt sind. Hier sehen alle Wissenschaftseinrichtungen einen dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der systematischen Sicherung, Archivierung und Bereitstellung dieser Daten für die Nachnutzung durch Dritte.
Der Vortrag stellt das Handlungsfeld „Forschungsdaten“ vor und gibt einen Einblick in die Aktivitäten der zuständigen Arbeitsgruppe.
4. Handlungsfeld "Nationale Lizenzierungen" in der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" (#89)
Markus Brammer 1, Dr. Hildegard Schäffler 2
1Technische Informationsbibliothek (TIB) - Hannover, Deutschland; 2Bayrische Staatsbibliothek - München, Deutschland
Eines der zentralen Elemente in einer digitalen Forschungsumgebung ist die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit publizierten Wissens. Die möglichst umfassende Verfügbarkeit digitaler Publikationen soll zum einen über nationale Lizenzierungen und zum anderen über die Aktivitäten im Bereich Open Access erreicht werden.
Um in den deutschen Forschungseinrichtungen den umfassenden und für den wissenschaftlichen Nutzer entgeltfreien Zugang zu digitalen Verlagspublikationen zu gewährleisten, werden die Allianz-Partnerorganisationen darauf hinwirken, Lizenzabkommen, die ihre Einrichtungen mit Wissenschaftsverlagen abschließen, zunehmend in nationale Konsortialverträge einzubetten – im Sinne einer besseren Versorgung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und im Sinne eines verantwortungsbewussten Umgangs mit öffentlichen Mitteln.
Der Vortrag stellt das Handlungsfeld „Nationale Lizenzierungen“ vor und gibt einen Einblick in die Aktivitäten der zuständigen Arbeitsgruppe.
5. Handlungsfeld "Nationale Hosting-Strategie" in der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" (#90)
Dr. Leni Helmes 1, Dr. Ralf Schimmer 2
1FIZ Karlsruhe - Eggenstein-Leopoldshafen, Deutschland; 2Max Planck Gesellschaft - München, Deutschland
Der zunehmende Erwerb von digitalen Verlagspublikationen stellt alle Wissenschaftseinrichtungen vor die Herausforderung, diese Inhalte dauerhaft über eine entsprechende Infrastruktur verfügbar zu machen.
Es besteht Einigkeit darüber, dass eine nationale Strategie hier aus Kostengründen sowie aus Gründen der technischen und organisatorischen Bewältigung unverzichtbar sowie umgehend zu entwickeln und umzusetzen ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn wissenschaftliche Publikationen nach dem angestrebten e-only-Prinzip nur noch in elektronischer Form beschafft und vorgehalten werden. Ziel einer nationalen Hosting-Strategie ist es, eine leistungsfähige Infrastruktur zum Speichern digitaler Volltexte aufzubauen und zu betreiben (Hosting), die den nachhaltigen Zugriff auf lizenzierte Verlagspublikationen und retrodigitalisierte Bestände sicherstellen soll.
Der Vortrag stellt das Handlungsfeld „Nationale Hosting-Strategie“ vor und gibt einen Einblick in die Aktivitäten der zuständigen Arbeitsgruppe.
6. Handlungsfeld "Rechtliche Rahmenbedingungen" in der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" (#91)
Dr. Harald Müller
Max-Planck-Institut für für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht - Heidelberg, Deutschland
Der Aufbau einer digitalen Forschungsumgebung wie auch der wissenschaftliche Arbeitsalltag werden derzeit von einem Urheberrecht gehemmt, das innovationshemmend und nicht wissenschaftsadäquat ist. Eine weitere Novellierung des Urheberrechts in der kommenden Legislaturperiode des Bundes erscheint dringend erforderlich.
Der Vortrag stellt das Handlungsfeld "Rechtliche Rahmenbedingungen" vor und gibt einen Einblick in die Aktivitäten der zuständigen Arbeitsgruppe.
